Was ist ein Minimum Viable Product?

Das Minimal Viable Product oder kurz MVP beschreibt das Grundgerüst, das für das Produkt bzw. dessen Anwendung nötig ist. Dies ist im agilen Projektmanagement wichtig, weil die Projektplanung zu Beginn meist sehr ungenau ist. Es wird ein Produkt vom Product Owner definiert, wobei dieser gleichzeitig im Auge behält, welche die Mindestanforderungen sind, um einen Mehrwert zu erzeugen bzw. um das Produkt nutzen zu können. Details kommen erst hinterher, wenn noch Zeit und Geld verfügbar sind.

Am Beispiel bedeutet dies, dass ein Tool beim Entwerfen z.B. zur Rechnungserstellung dienen soll. Nach der Aufnahme der User Stories finden sich auch noch Anforderungen an das Interface, die Rechnungsausgabe und an eine Controlling-Funktion. Das MVP ist aber die Datenerfassung und Ausgabe einer rechtlich konformen und korrekten Rechnung. Daher sollte sich das Team zunächst auf diese User Stories konzentrieren. Wenn nach dem Abarbeiten dieser Haupt- bzw. Grundfunktionalität noch Zeit und Geld übrig sind, können die weiteren Anforderungen nach Priorisierung des Product Owners bearbeitet werden.

Durch die Definition eines MVP soll sichergestellt werden, dass nach Projektlaufzeit auch ein lauffähiges Produkt erzeugt wurde – und kein halbfertiges Tool, das nur schön aussieht.

Im Falle eines Autos wäre das MVP: Es kann motorisiert und durch die Anwenderin oder den Anwender gelenkt gefahren und gebremst werden.  Es hat zudem eine Bedachung. Spätere „nice-to-haves“ sind dann: Weiterer Stauraum, ggf. überdacht, mit hübscher Lackierung und Radio. Die Nutzerin bzw. der Nutzer kann die Grund-Funktionalität bereits ab einem möglichst frühen Stadium nutzen und die Grundbedürfnisse werden so zufriedengestellt.

Dieser Grundgedanke mag erst einmal schwer zu verinnerlichen sein, ist aber für die agile Projektmanagementmethodik wichtig und je nach Projekt maßgeblich erfolgsentscheidend.